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Bilder Mirjam Gonzenbach

Tanz ins Leben

Seit 2008 findet in meinem Schaffen eine Weiterführung des Grundthemas statt. Das Wärmewesen wird irdischer, zur ins Leben tanzenden Frau. Das Tor zur Weiblichkeit wird geöffnet. In der neusten Phase entstehen unter anderem die sogenannten „Bogen-Frauen“.

Bienenwesen – Wärmewesen

Meine Bilder gebären sich immer prozesshaft.
So entstehen (Ge-)Schichten.
Die Verwendung von verschiedenen Materialien scheint mir nur dann interessant oder sinnvoll, wenn sie ein Bild transparenter macht, etwas „Dahinterliegendes“ hervorholt, Unsichtbares sichtbar macht. Ich suche nach „Räumen“ und den Spuren des Unerklärlichen darin, nach dem Raum hinter dem Raum.
Das „Nichtgemalte“, und wenn es denn sein muss auch Wellen oder gar Risse, gehören genauso zu einem Arbeitsprozess, wie die gemalten und gezeichneten Flächen und Linien. Es werden dadurch Intervalle, Rhythmen evoziert; ein Bild bekommt Atem. Das intensive Erlebnis mit einem Bienenschwarm löste eine jahrelange malerische Forschungsarbeit aus. Seit Urzeiten begleiten Bienen die Menschheit, welche diese ihrerseits in verschiedensten Kulturepochen, z.B. altes Ägypten oder Griechenland Eleusis / Artemis, verehrt hat. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Bienenwesen, tauchten Themen auf wie Wärme, Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Transformation, Bewegung, Tanz, Entwicklung eines Sozialstaates, in welchem alle für alle arbeiten. Der Bienenorganismus lebt etwas vor, das ich künstlerisch zum Ausdruck bringen möchte, um im Betrachter jene Wachheit anzuregen, die Grenzen aufbrechen kann. Kunst als Vermittlerin neuer Realitäten.

„…Verwandelt? Ja, denn unsere Aufgabe ist es, diese vorläufige, hinfällige Erde uns so tief, so leidend und leidenschaftlich einzuprägen, dass ihr Wesen in uns „unsichtbar“ wieder aufersteht. Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.“ R.M. Rilke

Frühe Werke

Raum und Bewegung sind die grossen Themen, die Mirjam Gonzenbach immer wieder beschäftigen. Dabei vollzieht sich noch alles in kleineren Formaten – als würde vor allem in einer Innerlichkeit bearbeitet und verdichtet, was als Bewegtes oder als Ruhe tiefer Räume sichtbar wird. Die Innen- und Aussenräume in den früheren Arbeiten (letztere oft wie stille Eingänge, Türen, Pforten) leben vielfach von den durch perspektivische Strukturen heraus-gearbeiteten Räumlichkeiten. Heute aber tritt uns eine malerische gelöste Raumqualität entgegen; die Reduktion der Farben ist eng verknüpft mit der gewonnenen Sicherheit in der Handhabung der Farbflächen, die verschiedene Tiefen aufbauen und die „gezeichnete Perspektive“ somit aufheben.

Das Licht bedeutet für Mirjam Gonzenbach immer auch die Verbindung zum „Kosmos“. In den früheren Arbeiten lagert es z.B. wie eine „andere Welt“ als Bogenform über der Dämmerung von Raumöffnungen oder verdichtet sich zum „Filter“, der die Essenzen, das Wesentliche filtriert. In den neuen Bildern taucht es auf im „Dazwischen“, dort wo die Begegnungen zwischen verschiedenen Ebenen, Räumen aber auch Bewegungen stattfinden. Verbindende Gespräche entstehen zwischen Gegensätzen, zwischen Hell und Dunkel, jener Urpolarität aus welcher das gesamte Farbenspektrum hervorgeht: Das Zurücknehmen von Farbigkeit zugunsten der verdichteten Begegnung von Hell und Dunkel kann so zu einem inneren Farberlebnis führen. 

Johanna M. Schwarz, Mai 1995

Fotografien von Dinu Manoliu

Hauptmotivation für meine Fotografien ist die Sehnsucht, ein Gegengewicht zur immer stärker genormten Realität, zu erstarrten Formen zu finden, neue Räume zu schaffen, die in dem/der Wahrnehmenden die individuell ausgeprägte Phantasie anregen. Die Fotos sollen die Betrachter/Innen zu neuen Sichtweisen verführen, ohne sie jedoch in der Freiheit ihres Entdeckens zu beschneiden. Spielen ist angesagt, mit den Formen und Farben, mit dem Licht, das die Formen gebiert.

Die fotografierten Kompositionen sind nicht gestellt. Sie lassen sich überall finden, sie müssen nur gesehen werden. In einzelnen Fotografien erscheint die Grenze zwischen Pflanzlichem und Tierischem aufgehoben, und es entsteht somit eine neue Realität.

Ich danke der Umwelt, der Natur für Ihre Schönheit, ihre Vielfalt und ihre Wunder. Sie sind herzlich willkommen bei dieser Entdeckung!

„ Das nicht sichtbare zu sehen ist eine Fähigkeit, die im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert zu entwickeln bleibt.“ Bill Viola